"Geheimnisse der Glücksschmiede" lautete ein Artikel des Bahn-Magazin "mobil" (10/99). Und dieser machte mich neugierig, mich genauer mit "Hans im Glück" zu beschäftigen. Das Märchen kenn ich zwar aus Kindertagen, wusste allerdings nur noch, dass Hans sich von Tausch zu Tausch verschlechterte bis er nichts mehr hatte. Mehr verriet das Bahn-Magazin auch nicht und schlussfolgerte nur:
Geld allein macht nicht glücklich! Ist das die einzige Botschaft? Irgendwie erschien mir das zu wenig. Also
Märchen noch mal nachgelesen:
Hans hatte sieben Jahre bei seinem Herrn gedient und erhielt dafür einen

großen Klumpen Gold. Er machte sich damit auf dem Weg zu seiner Mutter. Hans
schleppte schwer an dem Gold. Als ihm ein Reiter sein Pferd zum Tausch anbot, nahm Hans "von Herzen gern" an, schwang sich in den Sattel und ritt von dannen.
Doch das
Pferd warf ihn ab und Hans war die Lust am Reitern vergangen. Hans bewunderte einen Bauern, der eine Kuh vor sich her trieb, um dessen Gemächlichkeit und den Vorteil, immer Milch und Käse zu haben. Der Bauer sprach: "geschieht euch so ein großer Gefallen, so will ich euch wohl die Kuh für das Pferd vertauschen." Hans willigte begeistert ein und machte sich auf den Heimweg. Als er irgendwann Durst bekam, wollte er die Kuh melken. Die
Kuh verpasste ihm einen Tritt, sodass er zu Boden taumelte.
Ein Metzger der des Weges kam, klärte ihn auf, es sei ein altes Schlacht reifes Tier. Hans, der kein Kuhfleisch mag, freut sich, als der Metzger ein junges Schwein für die Kuh bot. Anschließend begegnete ihm noch ein junger Bursch mit einer Gans auf dem Arm, der ihm ein schlechtes Gewissen machte, das
Schwein sei gestohlen. Damit wollte Hans nichts zu tun haben. Fluchs tauschte er gegen die Gans und kam in das letzte Dorf.
Ein listiger Scherenschleifer
begeisterte Hans vom Scherenschleifer-Handwerk und
nahm ihm die Gans ab, für einen Schleifstein und einen normalen Stein. Hans war auch froh über diesen Tausch - naja, bis auf die
Last der Steine. Als ihm die Steine in einen Brunnen fielen, sagte er nur: "So glücklich wie ich gibt es keinen Menschen unter der Sonne." Mit leichtem Herzen und befreit sprang er nun fort.
Sechs mal stand Hans vor Schwierigkeiten: 2x hatte er schwer zu tragen (Gold, Steine), 2x wurde ihm körperlicher Schaden zugefügt (Pferd, Kuh) und 2x ließ er sich anschwindeln (gestohlenes Schwein, Scherenschleifer-Handwerk). Doch
statt mit sich zu hadern und Vergangenes zu bedauern,
sah der Optimist trotz Schwierigkeiten nach vorne.
Auch ich bin ein "Hans im Glück". Mein Gold wurde mir am Ende der letzten Skisaison bei einem Einkehrschwung geklaut. Ich ärgerte mich zwar erst über den Verlust der Ski, freute mich aber als bald über das Pferd (mal einen Winter in der Stadt zu erleben), denn das Gold empfand ich schon auch als Last (trotz warmer Kleidung fror es mich oft, hatte zuhause keinen Platz für die Ski und mit voller Montur in den Öffentlichen ists

schon beschwerlich). Doch anders als Hans reflektiere ich mein Verhalten (Stichwort: aus Fehlern lernen) und es kann schon irgendwann wieder Gold sein. Warum ich Ihnen das erzähle? Um Sie einzuladen, beim nächsten Ärgernis auch mal
das Positive daran zu entdecken!© Text: Gluexkeks - Bilder "Goldrausch" von Sternschnuppe1, "Die voreilige Martinsgans" von December-Girl und "hey - Sommer in Südschweden" von hofschlaeger / pixelio.de