Freitag, 13. November 2009

Freitag, der 13.

Als mir gestern mein Zahnarzttermin für heute abgesagt wurde, scherzte meine Kollegin … wer weiß, für was das gut war … Was sie damit meinte: Freitag ist ein Unglückstag – vermeide lieber Dinge die schief gehen können. Wer die Ansicht "heute ist ein Unglückstag und es kann nur alles schief gehen" ernst nimmt, der wird zum einen entsprechend handeln (Stichwort: Selbst erfüllende Prophezeiung) und zum anderen genauer auf die Dinge achten, die nicht klappen.

Es soll Menschen geben, die an dem Tag nicht mal das Haus verlassen. Freitag, der 13. - ein Unglückstag?Von Wikipedia lerne ich dafür den Fachbegriff "Paraskavedekatriaphobie". Für diese Phobiker dürfte das dann heute die dritte Krankmeldung 2009 gewesen sein. Kleiner Trost: Erst August 2010 fällt der 13. zum nächsten mal auf einen Freitag

Betrachten wir die beiden Komponenten genauer. Im Allgemeinen ist der Freitag eher positiv belegt, denn mit ihm startet das Wochenende. Einen negativen Beigeschmack bekommt der Freitag bei christlicher Betrachtungsweise: Jesus wurde an einem Freitag gekreuzigt und Adam und Eva an dem Tag aus dem Paradies vertrieben.

Die 13 hingegen ist uns von Haus aus nicht so ganz geheuer. In Hotels findet man selten ein Zimmer Nr. 13, einige Hochhäuser haben keine 13. Etage und wenn wir bei einem Wettbewerb die Startnummer 13 erhalten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir zumindest kurz über einen möglichen Nachteil nachdenken. Von der Bibel mit dem Abendmahl und den 13 Personen, von denen einer ein Verräter ist bis zu Dornröschen mit den zwölf goldenen Tellern, die für die 13. Fee keinen Platz hatte - die 13 und das Unglück scheinen tief in uns verankert.

Nichts ist schlecht, nur das Denken macht es dazu! Deshalb ist es auch möglich, dass auf der gleichen Erde die Chinesen in der 13 eine Glückszahl sehen. Auch für die nordische Göttin Freya war die 13 eine Glückszahl. Und Freya ist auch die Namenspatronin für den Freitag …


© Text: Gluexkeks - Bild "Freitag, der 13." von Wikipedia

Sonntag, 8. November 2009

Hans im Glück

"Geheimnisse der Glücksschmiede" lautete ein Artikel des Bahn-Magazin "mobil" (10/99). Und dieser machte mich neugierig, mich genauer mit "Hans im Glück" zu beschäftigen. Das Märchen kenn ich zwar aus Kindertagen, wusste allerdings nur noch, dass Hans sich von Tausch zu Tausch verschlechterte bis er nichts mehr hatte. Mehr verriet das Bahn-Magazin auch nicht und schlussfolgerte nur: Geld allein macht nicht glücklich! Ist das die einzige Botschaft? Irgendwie erschien mir das zu wenig. Also Märchen noch mal nachgelesen:

Hans hatte sieben Jahre bei seinem Herrn gedient und erhielt dafür einen Geld macht nicht glücklichgroßen Klumpen Gold. Er machte sich damit auf dem Weg zu seiner Mutter. Hans schleppte schwer an dem Gold. Als ihm ein Reiter sein Pferd zum Tausch anbot, nahm Hans "von Herzen gern" an, schwang sich in den Sattel und ritt von dannen.

Doch das Pferd warf ihn ab und Hans war die Lust am Reitern vergangen. Hans bewunderte einen Bauern, der eine Kuh vor sich her trieb, um dessen Gemächlichkeit und den Vorteil, immer Milch und Käse zu haben. Der Bauer sprach: "geschieht euch so ein großer Gefallen, so will ich euch wohl die Kuh für das Pferd vertauschen." Hans willigte begeistert ein und machte sich auf den Heimweg. Als er irgendwann Durst bekam, wollte er die Kuh melken. Die Kuh verpasste ihm einen Tritt, sodass er zu Boden taumelte.

Ein Metzger der des Weges kam, klärte ihn auf, es sei ein altes Schlacht reifes Tier. Hans, der kein Kuhfleisch mag, freut sich, als der Metzger ein junges Schwein für die Kuh bot. Anschließend begegnete ihm noch ein junger Bursch mit einer Gans auf dem Arm, der ihm ein schlechtes Gewissen machte, das Schwein sei gestohlen. Damit wollte Hans nichts zu tun haben. Fluchs tauschte er gegen die Gans und kam in das letzte Dorf.

Ein listiger Scherenschleifer begeisterte Hans vom Scherenschleifer-Handwerk und Hans im Glück - tauschte Gold zu Pferd zu Kuh zu Schwein zu Gans zu Schleifsteinenahm ihm die Gans ab, für einen Schleifstein und einen normalen Stein. Hans war auch froh über diesen Tausch - naja, bis auf die Last der Steine. Als ihm die Steine in einen Brunnen fielen, sagte er nur: "So glücklich wie ich gibt es keinen Menschen unter der Sonne." Mit leichtem Herzen und befreit sprang er nun fort.

Sechs mal stand Hans vor Schwierigkeiten: 2x hatte er schwer zu tragen (Gold, Steine), 2x wurde ihm körperlicher Schaden zugefügt (Pferd, Kuh) und 2x ließ er sich anschwindeln (gestohlenes Schwein, Scherenschleifer-Handwerk). Doch statt mit sich zu hadern und Vergangenes zu bedauern, sah der Optimist trotz Schwierigkeiten nach vorne.

Auch ich bin ein "Hans im Glück". Mein Gold wurde mir am Ende der letzten Skisaison bei einem Einkehrschwung geklaut. Ich ärgerte mich zwar erst über den Verlust der Ski, freute mich aber als bald über das Pferd (mal einen Winter in der Stadt zu erleben), denn das Gold empfand ich schon auch als Last (trotz warmer Kleidung fror es mich oft, hatte zuhause keinen Platz für die Ski und mit voller Montur in den Öffentlichen ists schon beschwerlich). Doch anders als Hans reflektiere ich mein Verhalten (Stichwort: aus Fehlern lernen) und es kann schon irgendwann wieder Gold sein. Warum ich Ihnen das erzähle? Um Sie einzuladen, beim nächsten Ärgernis auch mal das Positive daran zu entdecken!


© Text: Gluexkeks - Bilder "Goldrausch" von Sternschnuppe1, "Die voreilige Martinsgans" von December-Girl und "hey - Sommer in Südschweden" von hofschlaeger / pixelio.de

Samstag, 31. Oktober 2009

Happy Halloween

Darf eine katholisch Getaufte mit Respekt vor Allerheiligen auf ein Halloween-Fest gehen und dabei auch noch "happy" sein?

Die Erzdiözese Wien meint: Halloween und Allerheiligen sind in ihrem Ursprung Totengedenk-Feste und "können durchaus komplementär verstanden werden". 835 n.Chr. verlegte Papst Gregor IV. Allerheiligen von Mai auf den 1. November, um das in der Nacht vorher statt findende irische Neujahrsfest mit seinen heidnischen Totengedenk- und Geister-vertreiben-Ritualen zu christianisieren. Irische Auswanderer brachten die "Samhain"-Riten nach Amerika, woraus Helloween in der heutigen Ausprägung entstand.

Heidnische Bräuche mit Christlichem verschmelzen, das gibt es auch bei uns, z.B. das Böller-Schießen der Weihnachtsschützen in Berchtesgaden oder das Buttnmandl-Laufen zu Nikolaus.

Kritiker mögen Halloween als Winter-Fasching bezeichnen, doch schafft es dieser US-Rückimport die breite Masse anzusprechen. Kein Wunder, wurde doch das Thema Tod aus unserer Gesellschaft verbannt. Halloween bietet einen spielerischen Umgang damit. Ähnliches gilt für Witze zu Tod, Krankheit und Katastrophen, z.B. Terroristenwitze nach dem 11. September. In einigen Kulturen gibt es auch Beerdigungen, bei denen gelacht und gefeiert wird. Was makaber klingt, hat unterbewusst psychologische Wirkung, denn über etwas sprechen und dabei lachen, bringt ein Tabu-Thema verträglich verpackt an die Oberfläche und fördert die Verarbeitung.

An einem Tag dem Thema Tod "happy" begegnen und am nächsten Tag die in sich gekehrte, stille Seite entdecken – das macht durchaus Sinn. Der Halloween-Brauch ist noch jung: Die Herausforderung seh ich bei Eltern, Schulen und Kirche im Schaffen einer Verbindung zu Allerheiligen. In dem Sinne wünsch ich uns allen "Happy Halloween"!


© Text: Gluexkeks - Bild "A Happy Halloween" von wikipedia

Sonntag, 25. Oktober 2009

Testosteron und der Humor

Im letzten Artikel beschäftigte ich mich mit Humor als Attraktivitätsfaktor bei der Partnersuche. Männer verbinden mit Humor lautes Witze erzählen. Frauen wünschen sich einen weiteren Humor-Aspekt: Dem Leben mit seinen Unzulänglichkeiten, Problemen und Missgeschicken mit gelassener Heiterkeit zu begegnen.

Vom jetzt.de Artikel letzter Woche hatte ich Ihnen folgende männliche Aussage vorenthalten, denn sie geht einen Schritt weiter: "Ich kenne im Gegenzug auch keinen Testosteron und der Humor - Rollenverhalten ist zudem ein FaktorJungen, der möchte, dass seine Freundin vor allem damit auftrumpft, dass sie "witzig" ist oder der mit seiner Neuen angibt, weil sie so einen Dopppel-D Humor hat. Kein Mädchen soll dauernd Monty-Python-Sketche nachstellen oder mit der Stimme von Kermit sprechen. Keiner will das."
Klares Rollenverhalten auch beim Humor – Männer trumpfen auf und beeindrucken, Frauen kommunizieren harmonisch, um es "schwarz-weiß" auszudrücken.

In einem Versuch fuhr ein Wissenschaftler auf einem Einrad durch ein verschlafenes Örtchen und dokumentierte die Reaktionen der Leute. "Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren waren interessiert und stellten viele Fragen. Pubertierende Jungen ab zwölf Jahren zeigten Aggressionen. Sie versuchten, den Professor zu Fall zu bringen oder warfen ihm Steine oder Stöcke in den Weg. Je älter die Jungen wurden, desto stärker reduzierte sich dieses offensichtlich feindselige Verhalten. Bei den älteren Jugendlichen häuften sich dann die lustig gemeinten Kommentare. Mädchen hingegen waren nicht aggressiv und hielten sich mit Kommentaren zurück. Meistens lächelten sie nur." Im "Die Welt"-Artikel "Humor hängt vom Testosteronspiegel ab" heißt es weiter "Mit zunehmendem Alter werden Jungen weniger aggressiv und bemühen sich eher um Scherze. Sie kanalisieren ihre Aggressionen … Ältere Männer hingegen reagieren nur selten. Diese Aggressionskurve stimmt ziemlich genau mit der Testosteronkonzentration im Blut eines Mannes überein."

Hormoneinfluss hin, Hormoneinfluss her - im letzten Absatz scheint es schon durch. Von "kanalisieren" ist die Rede. Wir erwachsenen Menschen haben trotz allem immer die freie Wahl, wie wir auf etwas reagieren wollen. Vorteile zu haben, wenn man statt auftrumpfen oder ärgern sich bewusst für heitere Gelassenheit entscheidet, könnte manch Alphamännchen eine ganz neue Perspektive bieten (mehr im Artikel "heiter kommt weiter"). Im Gegenzug dürfen Frauen, die dazu neigen, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen, auch mal den Leisetreter-Humor bei Seite legen, denn eine gemäßigte Mittelpunkt-Variante hat durchaus Vorzüge. Wichtig ist nur eins: Bleiben Sie authentisch, denn eine Kermit- oder Monty-Python-Imitatorin will wirklich niemand ...


© Text: Gluexkeks mit Auszügen aus einem jetzt.de und einem welt.de Artikel - Bild "Sportsmann (2009)" von wachtmeister / pixelio.de

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Herz, Hirn und Humor

In Kontaktanzeigen liest man es oft: Partner mit Herz, Hirn und Humor (kurz HHH) gesucht. Besonders Frauen verwenden diese Formulierung gerne.

Männer sind anders, Frauen auch. Die unterschiedlichen "Herz <> Hirn"-Interpretationen sind bekannt. Doch was ist mit dem Humor? Redakteurin Meredith Haaf von jetzt.de (Süddeutsche-Ableger für junge Leute) fragte erst Jungs "Macht uns Humor wirklich sexy?" -Mädchen antworten.

Die männliche Humor-Sicht:
"Nicht selten wird der ominöse Humor sogar als wichtigste und einzige Eigenschaft genannt … Humor muss er haben sonst nichts, vielleicht noch schöne Hände, maximal. Wir Jungs haben das Herz, Hirn und Humor - Männer sind anders, Frauen auchnatürlich noch nie geglaubt. Spätestens seit wir in der siebten Klasse nicht bei Jasmin zur Übernachtungsparty eingeladen waren, obwohl wir hundertpro die humorigsten Sachen mit dem alten Tafelschwamm gemacht haben und auch sonst bei Witzreden das große Wort führten. Stattdessen kam die Griesgram-Clique aus der Raucherecke mit den No-Fun-At-All-Shirts zum Zug."

Die weibliche Antwort:
"... Im Prinzip gibt es zwei Sorten Humor, eine ist interessant, die andere ist uns wichtig. Die eine ist die Witzekistenausgabe und bei euch besonders beliebt. Sie besteht in der hohen Kunst, eine möglichst große Gruppe von Leuten möglichst oft und laut in Gelächter zu versetzen. … An dem Punkt kommt dann die andere Humorsorte ins Spiel: Die Lebenseinstellungsvariante Humor Einstellung - locker und weniger ernstnämlich. Sie zeichnet sich durch ein Gespür für doppelte Böden in Sätzen und Dingen aus, für die vielen, interessanten Dimensionen, die die Welt so zu bieten hat. Der Humor, den wir von euch gerne hätten, ist eigentlich die Fähigkeit, nicht immer alles eins zu eins ernst zu nehmen – damit sind auch eigene Fehler und die Mängel der anderen gemeint. …"

Mir fällt mir noch ein Spruch von Jerry Lewis ein: „Mit Humor kann man Frauen am leichtesten verführen, denn die Frauen lachen gerne, bevor sie anfangen zu küssen.“. Inhaltlich volle Zustimmung. Andererseits, wenn ich mir den tollpatschigen Jerry Lewis aus den Filmen vorstelle …


© Text: Gluexkeks mit Auszügen aus einem jetzt.de Artikel - Bild "Falten sind schön" von m_kretschel und "Ilka" von Africola / pixelio.de

Sonntag, 4. Oktober 2009

Heiter kommt weiter

Als ich diese Woche an einer 30 m Schlange an der Supermarktkasse stand, war hinter mir eine Frau, die sich stark aufregte. Ihr Ärger-Pegel ebbte auch nicht ab, als sie einige andere Warteschalnge - Ärger muss nicht seinWartende vorließen. Eine ältere Dame neben mir blickte mich freundlich lachend an: „Ich entscheide mich lieber für heitere Gelassenheit“. Im Gespräch erklärte mir die 86jährige, die locker 20 Jahre jünger aussah, wie sehr ihr Frohsinn und Witz auch über schwere Zeiten hinweg halfen.

Die Dame entschied sich also für die Humor-Strategie (nach dem Duden ist Humor eine Art und Weise, den Unzulänglichkeiten der Welt mit heiterer Gelassenheit zu begegnen).

"Ich entscheide mich" - damit drückte die ältere Dame aus, was die moderne Forschung der Positiven Psychologie erst seit einiger Zeit belegen kann: "Emotionen sind nicht unkontrollierbar wie das Wetter", sagt Barbara Fredrickson, die führende Wissenschaftlerin in Focus. "Sie hängen auch nicht primär von den Umständen ab, sondern davon, wie wir diese interpretieren." Negative Emotionen hat jeder. Doch wenn wir diese als Gefühl wahrnehmen, haben wir die Wahl, wie wir darauf reagieren.

Jeder erschafft sich seine Wetterlage selbst, um beim Wetterbeispiel zu bleiben. Die sich dem Ärger hingebende Frau beschwor aus einem kleinen Regenwölkchen am Ende des Horizonts ein dickes Unwetter herauf, bei dem es bestimmt so einige Zeit dauerte, bis eHeiter kommt weiters abgeregnet war. Die ältere Dame hingegen sah’s durch die Humor-Brille, die Gedanken wie diese ermöglichen: "Regenwölkchen? Das kleine Ding da hinten?" Vermutlich löste sich das Regenwölkchen der älteren Dame bereits im Gespräch mit mir auf als wir so miteinander lachten und scherzten, wodurch der Tag heiter weiter gehen konnte.

Man hat in allen Lebensbereichen die Wahl der Perspektive – auch im Job. Bestes Beispiel sind Fisch-Händler aus Seattle, die aus einem unwirtlichen Arbeitsplatz einen Ort mit Spiel, Spaß und Freude am Umgang mit den Kunden entwickelten. Im gleichnamigen Buch "Fish!" steht ein sehr schöner Satz: Man hat immer die Wahl, wie man seine Arbeit machen will, auch dann, wenn man sich die Arbeit selbst nicht aussuchen kann. Die Folge davon: Lebensqualität und Unternehmens-Umsatz steigen – eine „win-win-Situation“ für beide Seiten wie wir im Business-deutsch sagen.

Heiter kommt weiter - werden Sie sich Ihrer Wahlfreiheit jeden Tags auf Neue bewusst ...


© Text: Gluexkeks - Bild "Warteschlange" von dido-ob und "Ein bisschen Sonne aus Athen für Joujou... ;-)" von fotofixfax / pixelio.de

Sonntag, 27. September 2009

Was Lachyoga & Alkohol gemeinsam haben

Die Theresienwiese ist derzeit ein Ort, an dem extrem viel gelacht wird. Schmunzelnd fiel mir der Vergleich zu einem Lach-Seminar ein. Sowohl beim Lachyoga als auch nach Konsum von Gerstensaft stellt sich Heiterkeit ein. Und bei beiden wird der Mechanismus "wir brauchen einen Grund um lachen zu können" umgangen. Allerdings unterscheiden sich die Vorgänge im Körper deutlich.

Lachyoga kehrt den natürlichen Heiterkeits-Prozess um. Lachyoga - Lachen ohne Grund - Lach-YogaSpielerische Übungen in der Gruppe ermöglichen Lachen ohne Grund. Das "Glückssystem" im Gehirn wird dadurch stimuliert. Im Laufe eines Lachyoga-Nachmittags kann das durchaus zu leicht Rausch ähnlichen Zuständen führen: Spaß, motiviertes und erweitertes Denken, Verbundenheit mit den anderen, ein entspanntes Gefühl wie nach dem Sport (Lachen wird auch als "Jogging von Innen" bezeichnet), selbst das Immunsystem freut sich.

Alkohol hingegen wirkt chemisch, dafür vollautomatisch. Die Alkohol - Maß halten ist angesagtkörperliche Leistung auf dem Oktoberfest ist mit dem Anheben des Maßkrugs und trinken vergleichsweise minimal (die Folgeaktionen wie Tanzen auf den Bänken, lass ich hier mal unter den Tisch fallen ;-) Das Wasser und Fett lösliche Ethanol-Molekül nutzt das Transportmedium Blut, um schnell ins Gehirn zu gelangen, wo es mit den lipiden Membranen der Gehirnzellen reagieren und seine euphorisierende Wirkung entfalten kann.

Deutliche Unterschiede der beiden Heiterkeitsmacher gibt es in der Wirkweise – von langsam entwickelnd bei Lachyoga versus Knopfdruck bei Alkohol. Auch in der Dosierung unterscheiden sie sich. Während bei Lachyoga "viel hilft viel" durchaus gegeben ist, gilt für Alkohol definitiv das Gegenteil. "Maß halten" ist im wahrsten Sinne des Wortes das Ziel. Und ob man am Tag drauf einen Kater hat oder nicht - bei der körperlichen Wirkung ist Lachyoga dem Alkohol Haus hoch überlegen.

Mit einem "Prosit der Gemütlichkeit" schließe ich das Posting :-)

© Text: Gluexkeks - Bilder "Maßkrug" von Markus und "Buddha" von gpalm / pixelio.de

Samstag, 19. September 2009

Spiel Wiesn Oktoberfest – ozapft is

Als ich eben Google öffnete und den zünftigen Tuba-Bläser im „g“ des Logos entdeckte, war mir klar: das ist der Paukenschlag für einen neuen Artikel.

Oktoberfest - Wiesn - ozapft isGoogle spielt gern mit dem Logo und hat es mit der heutigen Humor vollen Interpretation des Oktoberfest-Anstichs mal wieder geschafft, mir ein Schmunzeln ins Gesicht zu zaubern. Genau das ist das große Potenzial von Humor und Spaß – ein gutes Gefühl zu hinterlassen. Denn Dienste / Produkte, die einem gut tun, nutzt man auch lieber. Werden wir gefragt, wie Nutzung / Kaufentscheidungen zu Stande kommen, argumentieren wir gern logisch-rational. Weit weniger bewusst ist der emotionale Einfluss.

„Hin zu“ was uns gut tut und „weg von“ was uns schadet - diese Lebewesen typischen Mechanismen gelten im Prinzip für alle. Doch was dem einen nützt, kann dem anderen schaden. So gibt es Menschen, für die ist das Oktoberfest ein Ort, an dem sie unglaublich viel Spaß haben, den anderen stehen bereits bei der Vorstellung großer Menschenmengen die Nackenhaare zu Berge.

Der traditionelle Aspekt von Volksfesten ist etwas untergegangen, doch das zusammen kommen und feiern ist geblieben. Die Theresienwiese ist für 2,5 Wochen im Jahr ein großer Spielplatz für Alt und Jung mit Hunderten von Fahrgeschäften, Vergnügungsbuden und Zelten, in denen Einheimische und „Zuagroaste“ in normaler Kleidung und Tracht beieinander sitzen, prosten und singen.

Singen ist übrigens ein ähnliches Phänomen wie das Spielen und gehört zum Mensch sein dazu. Schade, dass so einige nur unter Alkoholeinfluss Zugang zu diesen "Glücksbringern" und Wachstumsressourcen finden. Dabei wäre es doch so einfach, das Leben als riesige Spiel Wiesn zu sehen und beispielsweise gespannt darauf zu warten, was Google sich als nächstes wohl wieder einfallen lässt …


© Text: Gluexkeks

Donnerstag, 10. September 2009

Lachen steigert die Produktivität

Studien belegen, dass heiter gestimmte Menschen leistungsfähiger sind. Ein beeindruckendes Experiment zur Auswirkung auf die Kreativität fand ich im Buch "77 Wege zum Glück". Einer Gruppe an Testpersonen wurden lustige Filme gezeigt, worauf ein Brainstorming folgte. Ergebnis: Positiv eingestimmte Testpersonen entwickelten 35% mehr Ideen.

Barbara Fredrickson, eine der führenden Wissenschaftlerinnen der Positiven Psychologie, liefert mit dem „Broaden-and-Build“-Modell die Erklärung: Positive Emotionen erweitern den Denkhorizont („Broaden“) – zum Aufbau von geistigen, körperlichen und sozialen Fähigkeiten („Built“). Anders negative Emotionen wie Angst, Sorgen und Ärger, bei denen das Denken auf das Problem gerichtet ist und auf Dauer einschränkend wirkt. Mehr dazu finden Sie im Gehirn&Geist Artikel "die Macht der guten Gefühle".

Vor Freude strahlen, vor Glück lachen, heiter schmunzeln, zufrieden lächeln - gute Gefühle finden im Lachen ihren Ausdruck. Sie könnten jetzt denken: Positive Emotionen steigern Produktivität und Anzahl kreativer Ideen, aber doch nicht das Lachen als Begleiterscheinung davon! Da stimme ich Ihnen zu. Allerdings können wir auch den …

Prozess umkehren: zuerst Lachen und sich danach gut fühlen. Lachyoga nutzt diesen Ansatz. Über spielerische Übungen wird zunächst ohne Grund gelacht, bis sich ein „echtes“ Lachen einstellt. In meiner mehrjährigen Lach-Seminar-Erfahrung kann ich bestätigen, wie sich dabei stets auch mein Denken verändert, sich eine Leichtigkeit breit macht und mir spontan zündende Ideen kommen. Ähnliches berichten auch Teilnehmer.

Die Erkenntnisse im Arbeitsalltag anwenden: Vor Meetings Lachyoga machen, lustige Videos gucken, Anekdoten oder Witze erzählen. Wer das noch mit Manager - gut gelaunt produktiv kreativÜbungen aus dem Humortraining kombiniert, z.B. Witz Pointen selbst erfinden oder Bildunterschriften für außergewöhnliche Motive kreieren, ist schon mitten im kreativen Prozess selbst. Sollte Ihr Unternehmen dafür (noch) nicht offen sein – Tipp: vor dem Meeting Lachgötti-Kollegen besuchen.

Samstag, 29. August 2009

Das Strassengesicht

Beim Anblick von gehetzt und ernst wirkenden Gesichtern in der Münchner Fußgängerzone, fiel mir auf einmal das Buch „Ich bin fröhlich“ wieder ein - genauer gesagt ein Kapitel zum „Strassengesicht“. Ab nach Hause, das brauchte Auffrischung!

Schmunzeln konnte ich bereits beim Eingangszitat:

Das Straßengesicht - ernst und wenig Facetten reichAls der Mann lächelte,
stießen zwei Falten zusammen.
Aber er hatte das Unglück
kommen sehen
und machte wieder ein ernstes Gesicht.


„Wir verfügen über ein reichhaltiges Angebot von fein abgestuften Gesichtssignalen“ meint Niccel Steinberger. „Trotzdem begegnen viele ihren Mitmenschen immer wieder mit demselben Alltagsgesicht, das zwischen ein paar Gesichtsausdrücken variiert.“ Die Rede ist sogar von „visueller Umweltverschmutzung“. Ein paar Zeilen weiter fragt sie frech „Kennen Sie die vielen Variationsmöglichkeiten Ihres Gesichts?“ und empfiehlt morgendliche Mimik-Entdeckungsreisen vor dem Spiegel.

Bevor Sie jetzt jeden Morgen auf eine ausgiebige Gesichts-Entdeckungsreise gehen, noch ein Spruch:

Man sollte lieber zwei Muskeln bewegen,
um zu lachen,
statt dreizehn,
um die Stirn zu runzeln und die Zähne zu fletschen.

Soll heißen: Schauen Sie sich ruhig an, was so alles möglich wäre und konzentrieren sich dann auf den Zygomaticus Major, der den Mundwinkel bewegt. Wie weit bringen Sie die Mundwinkel Richtung Jochbein? Und was passiert mit Orbicularis Oculi, dem Augenringmuskel? Die Wissenschaft hat 19 verschiedene Arten des Lachens kategorisiert, wovon nur eine „echt“ ist. Ein Lachen kommt von Herzen, wenn der Augenringmuskel Fältchen wirft. In unseren Lach-Seminaren zeige ich an der Stelle ein Foto von George Clooney, der unseren Tipp mit dem morgendlichen Spiegeltraining perfektioniert hat … ;-)

Und damit kein falscher Eindruck entsteht: In München gibt es neben den eingangs beschriebenen Straßengesichtern Gott sei Dank auch viele „George Clooneys“. Es macht einfach Spaß, mit gut gelaunten und dadurch sympathisch wirkenden Menschen den Augenblick zu suchen, denn Lachen steckt an und verbindet – in der Weltstadt mit Herz und überall sonst auf der Erde …

© Text: Gluexkeks - Bild: "Herr Silberrücken" von Knipserlein / pixelio.de mit Hintergrund von Gluexkeks