e geblieben? Unglaublich, seit Schulende soll mehr Zeit vergangen sein als wir damals überhaupt alt waren. Ein Blick auf die Fotos von früher zeigt: Wir waren Teenies – genauso, wie der Sohn meiner damaligen Schulfreundin, den wir vorher noch schnell zu einem Treff mit seinen Freunden gefahren haben. In Momenten wie diesen fühle ich mich mit meinen 36 Jahren steinalt.In Gesprächen mit den Klassenkameraden wird klar: Es ist schon eine Menge passiert – wir Rohdiamanten haben einen Schliff erhalten. Die meisten sind beruflich gesetteled, haben mehr oder weniger Karriere gemacht und eine Familie gegründet, manche noch ein Haus gebaut, anderen stehen diese Schritte noch bevor, während ein kleiner Teil sich für ein selbstverwirklichtes Leben entschieden.
"Mein Bart wird langsam grau" höre ich von einem aus meiner Parallelklasse. Und eine andere Kollegin ruft Augenzwinkernd in die Runde: "Hilfe, ich bekomme Falten am Dekollete". Auch wenn viele von uns noch sehr jugendlich aussehen, der Prozess des Älter werdens geht an keinem spurlos vorbei. Muss es auch nicht, denn so ist der Lauf der Dinge nun mal. Trotz Aufwärmens der Geschichten von früher und dem zurück Denken, wie einfach es damals war, Party zu machen und am nächsten Tag wieder fit zu sein, höre ich immer wieder: "Nein, jünger sein und all das noch mal mitmachen – das möchte ich auch nicht!".
Spannend werden auf alle Fälle die nächsten 10 Jahre, denn nun beginnt für uns Mittdreißiger "die Zeit der Lebensmitte", wie ich in einem Buch über den Psychologen C.G Jung las. Nach Jahrzehnten des Aufbaus und der Orientierung an Äußeren Dingen erfolgt nun die von der Natur vorgegebene Zeit der Stagnation, in der nicht mehr so viel Neues passiert und sich manch einer zum ersten Mal nach dem Sinn des Lebens fragen wird. "Midlife Crisis" ist ein Schlagwort, von dem ich mir wünsche, dass es für viele nur ein Wort bleiben wird.
Wie auch immer wir unser Erden Dasein füllen, das Phänomen der menschlichen Zei
twahrnehmung kennen wir alle. Geht es einem gut oder erlebt man etwas wunderschönes, entsteht der Eindruck, die Zeit vergeht viel zu schnell. Ist man voller Sorgen oder steht wartend an einer Bushaltestelle, scheint die Zeit still zu stehen. Und generell vorstellen können wir uns nur Zeitspannen, die wir selbst erlebt haben. An der Stelle fällt mir gerade das Titellied eines faszinierenden Zeichentrickfilms von früher ein:Was ist Zeit? Was ist Zeit? Was ist Zeit?
Ein Augenblick?
Ein Stundenschlag?
Tausend Jahre sind ein Tag! ...
Sollten Sie noch nicht wissen, was für ein Lied ich meine, dann klicken Sie mal hier.
© Text: Gluexkeks - Bilder "Urlaubsfeeling" von knipseline und "Zeit 2" von Hilde Vogtländer / pixelio.de











