Sonntag, 22. August 2010

Positives Denken

"Die Macht der positiven Gedanken" hieß ein Bericht der Zeitschrift "Laura" (31/2010) oder anders ausgedrückt: mit positiven Affirmationen Ziele erreichen. Man soll Gewünschtes in einen kurzen Satz packen und mehrmals täglich wiederholen, z.B. "Ich esse gerne Obst und Gemüse" oder "Ich bin gelassen. Wichtig sei die positive Formulierung, denn ein "Ich esse KEINE Schokolade mehr" kann durch die Vorstellung von "Schokolade" Begehr erwecken - ob "keine" davor steht oder nicht ...

Ich stellte mir nun Laura-Leserinnen vor, die sich begeistert ein paar Sätze zu recht legten, um sich auf Sport zu freuen, es lieben, Reden zu halten und endlich ihr Wunschgewicht hatten. Schmunzelnd stellte ich mir weiter vor, wie die meisten Leserinnen beim Zuklappen des Magazins bereits die guten (Vor)Sätze vergessen hatten. So viel zum Thema "sich umprogrammieren durch konsequentes Üben".

Mir fiel das Buch: Der Glücks-Faktor – warum Optimisten länger leben vom Begründer der Fachrichtung "Positive Psychologie wieder ein. Professor Martin E. Seligman übte an einer Stelle deutliche Kritik am Konzept des Positiven Denkens: „Positives Denken besteht oft darin, sich Dinge einzureden wie "Jeden Tag, in jeder Weise geht es mir besser und besser" und das auch – ohne jeden Beweis oder trotz dagegen sprechender Beweise – zu glauben." Fairerweise möchte ich noch ergänzen, dass es selbst aus der Laura-Redaktion kritische Stimmen gab.

Aller Kritik zum Trotz steckt im Positiven Denken mit Sicherheit auch ein Körnchen Wahrheit. Will man etwas verändern, ist es gut, sich Alternativen zu suchen. Und wer positiv formuliert, liegt generell richtig - in der eigenen Gedankenwelt und in der täglichen Kommunikation. Ich stelle immer wieder fest, dass es durchaus eine Rolle spielt ob auf ein "Danke" mit einem "gern geschehen" oder mit "kein Problem" geantwortet wird. Mehr dazu im Artikel: "magische und tragische Worte".


© Text: Gluexkeks - Bild "Gesund macht glücklich" von flopps / pixelio.de

Sonntag, 25. Juli 2010

Kinder, wie die Zeit vergeht

Ich komme von einem Heimatbesuch nach einem Klassentreffen und frage mich: Wo sind die 20 JahrWo ist die Zeit geblieben?e geblieben? Unglaublich, seit Schulende soll mehr Zeit vergangen sein als wir damals überhaupt alt waren. Ein Blick auf die Fotos von früher zeigt: Wir waren Teenies – genauso, wie der Sohn meiner damaligen Schulfreundin, den wir vorher noch schnell zu einem Treff mit seinen Freunden gefahren haben. In Momenten wie diesen fühle ich mich mit meinen 36 Jahren steinalt.

In Gesprächen mit den Klassenkameraden wird klar: Es ist schon eine Menge passiert – wir Rohdiamanten haben einen Schliff erhalten. Die meisten sind beruflich gesetteled, haben mehr oder weniger Karriere gemacht und eine Familie gegründet, manche noch ein Haus gebaut, anderen stehen diese Schritte noch bevor, während ein kleiner Teil sich für ein selbstverwirklichtes Leben entschieden.

"Mein Bart wird langsam grau" höre ich von einem aus meiner Parallelklasse. Und eine andere Kollegin ruft Augenzwinkernd in die Runde: "Hilfe, ich bekomme Falten am Dekollete". Auch wenn viele von uns noch sehr jugendlich aussehen, der Prozess des Älter werdens geht an keinem spurlos vorbei. Muss es auch nicht, denn so ist der Lauf der Dinge nun mal. Trotz Aufwärmens der Geschichten von früher und dem zurück Denken, wie einfach es damals war, Party zu machen und am nächsten Tag wieder fit zu sein, höre ich immer wieder: "Nein, jünger sein und all das noch mal mitmachen – das möchte ich auch nicht!".

Spannend werden auf alle Fälle die nächsten 10 Jahre, denn nun beginnt für uns Mittdreißiger "die Zeit der Lebensmitte", wie ich in einem Buch über den Psychologen C.G Jung las. Nach Jahrzehnten des Aufbaus und der Orientierung an Äußeren Dingen erfolgt nun die von der Natur vorgegebene Zeit der Stagnation, in der nicht mehr so viel Neues passiert und sich manch einer zum ersten Mal nach dem Sinn des Lebens fragen wird. "Midlife Crisis" ist ein Schlagwort, von dem ich mir wünsche, dass es für viele nur ein Wort bleiben wird.

Wie auch immer wir unser Erden Dasein füllen, das Phänomen der menschlichen ZeiZeit verrint wie Sand durch die Händetwahrnehmung kennen wir alle. Geht es einem gut oder erlebt man etwas wunderschönes, entsteht der Eindruck, die Zeit vergeht viel zu schnell. Ist man voller Sorgen oder steht wartend an einer Bushaltestelle, scheint die Zeit still zu stehen. Und generell vorstellen können wir uns nur Zeitspannen, die wir selbst erlebt haben. An der Stelle fällt mir gerade das Titellied eines faszinierenden Zeichentrickfilms von früher ein:

Was ist Zeit? Was ist Zeit? Was ist Zeit?
Ein Augenblick?
Ein Stundenschlag?
Tausend Jahre sind ein Tag! ...

Sollten Sie noch nicht wissen, was für ein Lied ich meine, dann klicken Sie mal hier.


© Text: Gluexkeks - Bilder "Urlaubsfeeling" von knipseline und "Zeit 2" von Hilde Vogtländer / pixelio.de

Sonntag, 27. Juni 2010

Niveau ist keine Hautcreme

Das Buch – Niveau ist keine HautcremeBuch: Niveau ist keine Hautcreme mit seinen "gepflegten Sprüche für alle Lebenslagen" fiel mir zufällig in die Hand. Beim Durchblättern des Werks in Nivea-Creme-Optik erlebte ich ein Wechselbad der Gefühle – von Stirn runzelnder Skepsis über ein fast schon säuerliches "das geht ja gar nicht" bis hin zu lautstarken Lachanfällen. "Jeder Jeck ist anders" – wer sich dessen bewusst ist, kann in den 4.000 Sprüchen durchaus einiges Sprachschatz bereicherndes für sich entdecken.

Das Buch gibt beispielsweise erfrischende Antwort-Ideen für Small Talk Fragen, z.B. auf "Wie geht’s?" ein Augen zwinkerndes "kann nicht besser klagen" erwidern oder "wenn man das ‚schlecht’ weglässt, gut". Mehr noch, das Buch regt an, selber die "Wie geht`s?"-Frage in einer pfiffigen Variante zu stellen z.B. "Was macht die Kunst?", Frauen können sagen "Alles Klärchen, Bärchen?" und für Männer "Alles roger in Kambodscha?".

Das Sprüche-Werk ist nach Lebenssituationen geordneten und bietet auch souveräne Sprüche für schwierige Situationen. Sollte ich mich beispielsweise das nächste Mal von jemandem unangenehm zugequatscht oder bedrängt fühlen, kann ich entgegnen "Warum gehen wir beide nicht irgendwo hin, wo jeder für sich allein sein kann?". Das ist doch tausendmal besser als sich still mit einem latent unangenehmen Gefühl zu verdrücken.

Natürlich enthält das Buch auch jede Menge Nonsens, z.B. "sich einen unters Jacket brausen" für "sich betrinken" oder "Ich bin heiß wie ein Waffeleisen". Der eine findets lustig, der andere stört sich daran. Genau das zeigt sich auch bei den polarisierenden Amazon Leserrezensionen. Während die einen wohl die Wörter "Niveau" und "gepflegte Sprüche" fehl interpretierten, haben die anderen den gleichen Schalk im Nacken wie ich.

Fazit: "Niveau ist keine Hautcreme" ist eine gute Ergänzung zu Schlagfertigkeitsbüchern und dem bereits von mir vorgestellten Buch: Frech, aber unwiderstehlich. Sollten Sie jetzt denken: Eine Sprüchesammlung und Schlagfertigkeit? "Das passt, wie Arsch auf Eimer", denn Vorbereitung ist der halbe Erfolg, wenn Sie die Mark Twain'sche Erkenntnis vermeiden wollen: "Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt."

So, mein Name ist Blume, ich verdufte jetzt …


Samstag, 12. Juni 2010

Selbstwirksamkeitserwartung

Der Begriff erinnert etwas an "Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän". Dabei ist "Selbstwirksamkeit" bzw. "Selbstwirksamkeitserwartung" ein Ausdruck der Psychologie und meint die subjektive Überzeugung, etwas schaffen zu können - egal ob berufliche Aufgaben, Kuchen backen oder die Zuversicht, mit überraschenden Ereignissen und Problemen zu recht zu kommen und Lösungen zu finden (Test: Selbstwirksamkeitserwartung).

In "Selbstwirksamkeit" steckt "wirken" drin. Das Wort meint "tätig sein, etwas schaffen" aber auch "Einfluss haben, etwas bewirken können". In letzterem Zusammenhang wurde in der aktuellen Juni-Ausgabe der Zeitschrift "Emotion" von einer italienischen Mamma berichtet, die sich gegen die Mafia wehrte und dadurch anderen ein Vorbild war und Mut machte.

Kennen Sie folgenden Werbespot?



Wenn man sich mit "Selbstwirksamkeit" bzw. "Selbstwirksamkeitserwartung" befasst, kommt man schnell auch auf die Begriffe "Herausforderung, handeln, Wachstum und Weiterentwicklung". Wie in dem Werbspot zu sehen ist, hat die kleine Anna erst etwas Angst vor dem ersten Schultag, traut sich aber dann doch und wächst daran. Ähnliches erfährt die Mutter in einer Job-Situation. By the way: Ferrero ist ganz schön clever, den Mechanismus der Selbstwirksamkeitserwartung mit der Belohnung ihrer Produkte zu koppeln. Aber das ist ein anderes Thema …


© Text: Gluexkeks

Donnerstag, 3. Juni 2010

Über die Geduld

Geduld - geduldig sein wie ein Keimling, der erst wachsen mussMan muss den Dingen die eigene,
stille ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann.
Alles ist austragen
und dann gebären ...

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit ...

Man muss Geduld haben
mit dem Ungelösten im Herzen
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher,
die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.


© Text: Gedicht von Rainer Maria Rilke - Bild "du sollst wachsen" von cameraobscura / pixelio.de

Sonntag, 23. Mai 2010

Gesundheit!

Niest jemand, antworten wir fast reflexartig mit "Gesundheit" auf das Hatschi. Neben dieser Höflichkeitsformel wünschen wir anderen zu speziellen Anlässen wie Geburtstag und Neujahr ebenfalls "viel Gesundheit". Interessanterweise ist uns dabei die Wort-Bedeutung meist nicht bewusst, obwohl wir die Gesundheit zum (Über)Leben brauchen.

Gesundheit ist wie Salz: Man bemerkt nur, wenn es fehlt. Diese Erfahrung dürfte jeder schon einmal gemacht haben, z.B. wenn man mit Grippe Hunde elend im Bett liegt und den Moment herbei sehnt, wieder gesund zu sein. Und wer schon mal auf ein Untersuchungsergebnis gewartet hat, dass auch eine schwere Krankheit hätte zum Ergebnis haben können, wird das Glücksgefühl bestätigen, wenn alles in Ordnung ist.

Ist Gesundheit eine Voraussetzung, um glücklich sein zu können? Es gibt Studien, die das Glücksempfinden von Lottogewinnern und Querschnittsgelähmten vergleichen. Kurz nach dem Lottogewinn sind die Neureichen glücklicher als der Durchschnitt. Doch der Mensch gewöhnt sich schnell an verbesserte Lebensumstände, sodass reich sein und Luxus als normal empfunden wird. Dieser Gewöhnungseffekt ist es andererseits auch, der es schwerkranke Menschen nach dem Verarbeiten des ersten Tiefs ermöglicht, wieder auf ein normales Glücksniveau zu kommen. Ausnahmen beim Gewöhnungseffekt sind lebensbedrohliche Zustände und Schmerzen.

Haben Sie von Norman Cousins gehört? Ein Mann, der einer schmerzhaften Knochendegeneration erkrankte. Er beeinflusste seine Heilung durch eine selbst entwickelte Lach-Therapie: er sah sich lustige Filme an, ließ sich witzige Bücher vorlesen und stellte fest, was heute wissenschaftlich belegt ist: Lachen ist gesund und wirkt Schmerz lindernd, denn es stärkt das Immunsystem, regt den Stoffwechsel an und wirkt mit Körper eigenen Endorphinen dem Schmerz entgegen. Zwei Tipps an der Stelle: Normans Buch: Der Arzt in uns selbst, wie Sie Ihre Selbstheilungskräfte aktivieren können - und besuchen Sie doch einmal ein Lach-Seminar.

Vorbeugen ist besser als heilen. Nachdem Singen ebenso gesund ist wie das Lachen, entlasse ich Sie heute mit dem doppelt wirksamen Körperzellen-Song ;-)


© Text: Gluexkeks - Bilder "Schnupfen" von hofschlaeger und "glücklich" von luce / pixelio.de

Sonntag, 9. Mai 2010

Music is the only Drug

Vorhin beim Joggen fiel mir ein dm-Magazin-Artikel zum Thema "Musik" wieder ein. "Droge ohne Nebenwirkung" hieß es in der April-Ausgabe. Und weiter: Eine US-Marathonläuferin sei wegen "Musik-Doping" disqualifiziert worden, weil sie einen MP3-Player mit sich trug.

Musik hat vielfältige Wirkungen auf unser emotionales Empfinden – Musik kann "pushen", fröhlich stPure Music - Music is the only Drugimmen, traurig machen, beruhigen uvm. Wie wir ein Musikstück wahrnehmen, hängt von den individuellen Musikvorlieben ab. Der Eine bekommt beim Track: "Sky and Sand" von Paul Kalkbrenner eine Gänsehaut, für den anderen ist es schlichtweg "Bum-Bum". Ja, Musik kann auch nerven. Neben der Tatsache, dass einem die Musikrichtung missfällt, spielt auch die Lautstärke eine Rolle sowie die momentane Verfassung.

Musik wirkt nicht nur auf den Einzelnen – sie kann auch eine Menschen verbindende Droge sein. Eine Langzeitstudie der Universität Paderborn verglich Grundschulklassen mit normalem Musikunterricht versus solche mit einem erweiterten Musikkonzept. Schüler der zweiten Gruppe lernten zusätzlich ein Instrument und musizierten zusammen. Ergebnis: In den Musik-Klassen war der Zusammenhalt unter den Schülern wesentlich stärker und es wurden weitaus weniger Schüler ausgegrenzt als in den normalen Klassen. Sagt der Volksmund nicht auch? "Wo gesungen und musiziert wird, da lass Dich nieder – böse Menschen kennen keine Lieder".

Weiter zeigte die Untersuchung, dass die "musischen Schulkinder" nach vier Jahren im Vergleich zu den anderen ihren IQ steigern konnten. "Musizieren ist eine komplexe Tätigkeit, bei der sämtliche Gehirnareale in Anspruch genommen werden" zitiert das dm-Magazin den für die Studie verantwortlichen Professor. Unter diesem Gesichtspunkt gewinnt das Musikinstrumente lernen bei Kindern eine ganz neue Bedeutung. Wichtig sei nur, dass die Kinder das Instrument selbst aussuchen können, denn auch Spaß und das langfristige Praktizieren zählen.

Und allen, die wissen möchten, welche neurologischen Mechanismen im Gehirn wirksam werden, empfehle ich das Buch: Musik im Kopf - Hören, Musizieren, Verstehen und Erleben im neuronalen Netzwerk.


© Text: Gluexkeks - Bild "Pure Music" von Designart / pixelio.de

Samstag, 1. Mai 2010

Hurra, der Lenz ist da!

Länger werdende Tage, strahlendes Licht, angenehme Temperaturen, zwitschernde Vögel, Wiesen und Bäume in leuchtendem grün, dazwischen Blumen, die ebenso farbenfroh sind wie die freizügigere Kleidung von bestens gelaunten und flirtenden Menschen ... Kurzum: Zeit für Frühlingsgefühle!

Kennen Sie den "Lenz Dance"?

Lenz Dance
Der "Lenz Dance" ist eine fröhlich digitale Frühlings-Überraschung mit tanzenden Blumen, Maulwürfen und Bienen, in die Sie blitzschnell Fotos von sich und anderen einsetzen können. Dann dem Flugzeugbanner noch einen persönlichen Text verleihen und die Gute-Laune-Anwendung per E-Mail, Facebook oder Twitter an andere versenden. Das Lächeln im Gesicht der Empfänger ist Ihnen sicher! Zur Lenz-Dance-E-Card

Das Wort "Lenz" kommt laut Wiktionary von "Lenzing", einem alten Begriff für März. Umgangssprachlich hat sich "Lenz" für die gesamte Frühlingszeit durchgesetzt. "Sich einen schönen Lenz machen" hat allerdings nichts mit Frühlung zu tun, sondern meint schlicht und ergreifend faulenzen bzw. Nichtstun. Diese Redewendung leitet sich nach dem Duden vom früher gängigen männlichen Vornamen "Lorenz" ab. Irgendwann bezeichnete man einen Faulenzer als "faulen Lorenz" bzw. abgekürzt "faulen Lenz".

Faul sein darf auch mal sein – besonders heute am 1. Mai, dem "Tag der Arbeit". Generell ist der Mai ein Monat mit vielen Feiertagen (Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingsten) und positiven Gedenktagen (z.B. Muttertag oder Weltlachtag). Und heißt es nicht auch "Alles neu macht der Mai"? Mehr zu diesem Spruch und Ideen zum Thema "Neuanfang" im Artikel: Alles neu macht (nicht nur) der Mai.

Ich wünsche Ihnen auf alle Fälle eine schöne Frühlingszeit und entlasse Sie diesmal mit einem passenden Ohrwurm: Veronika, der Lenz ist da ...


© Text: Gluexkeks - Screenshot "Lenz Dance" von lenz-dance.de

Sonntag, 18. April 2010

Berühren und fühlen – über den Tastsinn

Sind Menschen hilfsbereiter, wenn man Sie berührt? So lautete der Titel eines Artikels in der englischen "Psychologies" von Februar 2010, der meine Aufmerksamkeit fesselte. In der Tat: Berührungen machen hilfsbereiter. Studien belegen, dass fremde Menschen nach einer Berührung am Oberarm bereitwilliger an Unterschriftenaktionen teilnehmen, Geld verleihen oder anderen helfen. Doch warum ist das so?

Inniger Körperkontakt sorgt für die Ausschüttung des Wohlfühl- und Bindungshormon OxytBerührungen sind gut für das Wohlbefindenocin. Das spielt bei intimen Kontakten zwischen Partnern oder Mutter und Kind eine Rolle. Zur Erklärung des Hilfsbereitschafts-Phänomens wäre zudem der Kontaktzeitraum zu gering, um Oxytocin dafür verantwortlich zu machen. Viel mehr sind wohlwollende Berührungen unter fremden Menschen ein unterbewusstes Signal für Zuneigung und Zuwendung. Und wen man mag, für den tut man mehr. Ganz einfach. Damit endete der Zeitungsartikel und meine Neugier war geweckt, mehr über den 5. Sinn zu recherchieren.

Laut Wikipedia bezeichnet der Tastsinn "die Fähigkeit lebender Wesen, Berührungen wahrzunehmen". Unterscheiden lassen sich "taktile und haptische Berührungswahrnehmungen". "Taktil" sind Empfindungen, die über die Hautrezeptoren wahrgenommen werden, z.B. Druck, Vibrationen, Temperatur, Schmerz. "Haptisch" sind Wahrnehmungen, die durch Integration aller Hautsinne und Tiefenwahrnehmung entstehen und das aktive Erfühlen von Größe, Oberflächenstruktur, Konturen ermöglichen. Haut und Hände sind die Instrumente des Tastsinns.

Wie wichtig der Tastsinn für uns Menschen ist, zeigen auch Hunderte von Redewendungen. So können wir bildlich gesprochen "Dinge begreifen", uns "an etwas heran tasten" und für "unfassbar" befinden. Ideal verlaufen Dinge, wenn sie "Hand in Hand gehen". Wir haben mit anderen "Berührungspunkte", können mit Worten und Taten "berühren" oder "Eindruck hinterlassen". Andere können uns aber auch "abstoßen" oder "zu nah auf die Pelle rücken".

Berührungen können angenehmen oder unangenehm sein. Die Interpretation hängt ab von: Situation, Beziehung der Berührenden sowie Rituale und Konventionen. Die Einteilung nach Richard Heslin zeigt die verschiedenen Aspekte alltäglicher Berührungen: Eine Be-Hand-lung beim Arzt gehört bspw. zu den "funktional professionellen Berührungen", eine typHände, die sich berührenisch "sozial höfliche Berührung" ist das Hände Schütteln zur Begrüßung und das Umarmen ist "freundschaftlich". Noch vertrauter wird es bei den beiden letzten Kategorien: "Liebes- und Intimitätsberührungen", wozu das Küssen gehört. Die maximalste Form zwischenmenschlicher Berührungen sind "sexuelle Berührungen", da sie den ganzen Körper mit einbeziehen.

Interessant: Drei von fünf Berührungskategorien gehören zu Freundschaft und Partnerschaft – den mit Abstand wichtigsten äußeren Glücksquellen. Zweifelsohne sind Berührungen ein Bestandteil "gesunder" zwischenmenschlicher Beziehungen. Ich stelle mir gerade die Frage: Erhalten wir alle genügend Berührungen? Zur Beantwortung verweise ich auf meinen Artikel: Über Eheglück und Bindungsangst ...


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© Text: Gluexkeks - Bild "Ich hab Dich lieb" von Juttaschnecke und "noch mehr Hände" vonhofschlaeger / pixelio.de

Sonntag, 11. April 2010

Schaukeln – Entspannung, Spaß & mehr

Angenommen, man fragt Sie auf der Straße, was Ihnen spontan zum Begriff "Hängematte" einfällt. Mit großer Wahrscheinlichkeit würden Sie "Urlaub" nennen. Stimmts?

UnHängematte - Entspannung, entspannen unter Palmen und zuhauseter Palmen in einer Hängematte liegen – fast schon ein Synonym für Entspannung. (K)ein Geheimnis: Eine Hängematte lässt sich auch bei uns ganz einfach spannen: zwischen heimischen Bäumen, Balken auf dem Balkon oder einem Hängemattengestell. Hängesessel und moderne Schaukelmöbel für drinnen sind pfiffige Alternativen.

Schaukeln hat eine beruhigende Wirkung und spielt im ersten und letzten Lebensabschnitt eine besondere Rolle sowie bei psychisch schwer Kranken. Babys lassen sich durch sanftes wiegen und schaukeln beruhigen - ebenso alte Leute im Schaukelstuhl. Es gibt Untersuchungen mit Demenz-Patienten, die einen Zusammenhang zwischen Schaukeln und Verringerung der Dosis an Antidepressiva bestätigen.

Schaukeln stimuliert das Gleichgewichtsorgan – von sanft und beruhigend bis anregend vergnüglich zu Schwindel erregend. Ein Spaß für Groß und Klein sind Schaukeln auf Spielplatz und Kirmes, die einen wohltuenden Mix aus Schaukel - schaukeln: Spass und Freude für Groß und KleinGlücksgefühlen und leichtem Unbehagen erzeugen. Und da ich mich gerade an die Kindheit erinnere: Ich habe ein Bild der kleinen "Zeichentrick-Heidi" vor Augen, die auf einer überdimensionalen Schaukel vergnügt über die Berge fliegt (Video: Heidi-Intro).

"Wir werden das Kind schon schaukeln" lautet eine Redewendung und meint "wir werden das Kind schon beruhigen und damit die Sache gut erledigen". Wenn Sie sich "in Sicherheit wiegen" hat das Schaukeln zu gut funktioniert, denn redearten-index.de erklärt synonym "jemanden einlullen / einschläfern". Sollte Ihnen jemand entgegnen "wollen Sie mich verschaukeln?" (z.B. auf die Frage nach Spontanassoziationen zum Begriff "Hängematte" ;-) dann sollten Sie besser das Thema wechseln, denn von zuviel Schaukeln kann einem leicht übel (launig) werden ...


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© Text: Gluexkeks - Bilder "Relax" von by-sassi und "Schaukelfreude 2" von knipseline / pixelio.de