Dienstag, 1. November 2011

Zweifeln – Denkart mit Sucht- Faktor

Zweifel ist laut Wikipedia ein "Schwanken zwischen mehreren Denkmotiven, von denen keines das volle Übergewicht hat". Dieses geistige Hin- und Herschwanken kann endlos gehen. Typische Begleiterscheinungen sind unangenehme Gefühle, die z.T. als quälend und lähmend empfunden werden.

Leben heißt, Entscheidungen treffen: Morgens vor dem Kleiderschrank, im Supermarkt, bei Anschaffungen jeglicher Art, bei der Freizeitgestaltung (zu Veranstaltungen gehen ja/nein und wenn ja mit wem) ... Bei vielen Dingen schützt die Routine vor der "Qual der Wahl" oder die InstinkQual der Wahlte lassen einen "aus dem Bauch heraus" zu einer Banane greifen. Je größer die Angst vor einer Fehlentscheidung, umso mehr wird "durchdacht" und nach der Entscheidung gezweifelt ("War es richtig? Hätte ich vielleicht doch die anderen Vorhänge nehmen sollen? …"). Wie stark der Drang zum Zweifeln ist, hängt auch vom Sicherheitsbedürfnis oder Perfektionsanspruch des Einzelnen ab.

Eine besonders beliebte Version des Zweifelns ist das "Alles in Frage stellen" – von Autoritäten wie Ärzte, Behörden, Politiker über das Verhalten von Mitmenschen bis hin zu sich selbst ("Liegt es an mir? Ist mein Verhalten normal? Rede ich zuviel? Sollte ich nicht besser…"). Dabei ist der Selbstzweifel wohl die sinnlosteste und schädlichste Form des Zweifelns, denn wenn Sie nicht zu sich selbst stehen, zu wem denn bitte dann?

Was ein Stopp mit dem Zweifeln - hören Sie auf!gut geschütztes Geheimnis zu sein scheint: Mit dem Zweifeln kann man aufhören. Erstmal heißt es zweifelnde Gedanken erkennen und es dann beim Erkennen belassen. Gedanken, denen Sie keine Aufmerksamkeit schenken, verflüchtigen sich - wie ein Zündholz ohne Brennmaterial. Es ist wirklich einfach! Probieren Sie es aus. Allerdings ist es wie bei jeder anderen Sucht auch: Der Verlockung nachzugeben (sprich, in die zweifelnden Gedanken einzusteigen und ihnen zu glauben), mag anfangs groß sein, doch der innere Frieden und das Vertrauen in sich selbst, sind "zweifellos" der schönste Lohn, wenn Sie die schädlichen Gedanken ziehen lassen.


© Text von Gluexkeks. Bilder "Wegweiser" von S. Hofschlaeger und "Zum selber beschriften 005" von Gerd Altmann / pixelio.de.

2 Kommentar(e):

  1. Ich bin von dem Kommentar sehr angetan, doch leider fehlen mir hier praktische Tipps wie man es umsetzen kann, denn Gedanken keine Aufmerksamkeit mehr zu schenken. Haben sie für mich noch ein Buchtipp, in dem man das vertiefen kann?

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  2. Dieser Artikel entstand als gelebtes Ergebnis der Lehren von Eli Jaxon-Bear und Gangaji, die traditionelle indische Weisheitslehren mit moderner Psychologie verknüpfen. Diese Lehren befassen sich mit Selbsterforschung, denn wenn Sie Ihren Gedanken keine Aufmerksamkeit mehr schenken, werden Sie um die Frage nicht drum rum kommen, wer Sie eigentlich sind...

    Sollte Sie das ansprechen kann ich Ihnen zwei Bücher empfehlen, die ich auch rechts in der Spalte aufgelistet habe: "Der Diamant in Deiner Tasche" von Gangaji und "Enneagramm - Neun Pfade der Befreiung" von Eli Jaxon-Bear (das Zweifeln ist ein typisches Merkmal des Enneagramm-Typ sechs). Bücher sind das Eine, direkte Erfahrung das Andere. Ab Mai 2012 sind Eli & Gangaji wieder in Deutschland unterwegs. Mein Tipp: Besuchen Sie eine Veranstaltung
    http://leela.org/home/deutsche-seiten-home/termine-2011.html

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