Sonntag, 23. Oktober 2011

Tierisch gut - Emotionen direkt erleben

Kämpfende Hunde Eine alltägliche Situation: Im Park begegnen sich Hunde, die sich nicht riechen können. Sofort reagiert der Organismus der beiden Hunde: Falls der Schwächere nicht den Schwanz einzieht, laufen die Rivalen knurrend und Zähne fletschend aufeinander zu und springen sich an.

Meist ist das Machtgerangel schnell vorbei und beim Auseinandergehen drehen sich die HNach der Auseinandersetzung entspannenunde noch ein paar Mal grimmig um, während man zusehen kann, wie sich mit jedem Meter Abstand die Körper nach der Aufregung entspannen. Und kurz danach ist alles so, als sei nichts geschehen.

Wird einem Kleinkind ein Spielzeug weggenommen, fließen sogleich Tränen. Wird es getröstet oder wendet sich das Kind etwas anderem zu, ist der Vorfall vergessen und lacht fröhlich. Kleinkinder reagieren ähnlich instinktiv wie Hunde.

Sauer sein,sich tagelang ärgern, nicht vergeben können - das können nur Erwachsene! Kinder müssen erst lernen, etwas "persönlich" zu nehmen (!) Dafür istSauer sein - das können nur Menschen das mentale Hilfskonstrukt des "ich"-Gedankens nötig, an dem sich Geschehnisse des Lebens aufreihen wie an einer Perlenschnur. In Kombination mit den Lieblingsaktivitäten des Gehirns (über sich selbst und andere nachdenken und Vergangenes in die Zukunft projizieren) lässt sich damit viel Leid produzieren.

Wenn wir "negative" Emotionen wie Angst, Scham, Wut ablehnen oder uns schnell ablenken, ist das so, als müssten Sie dringend groß auf Toilette und verdrücken es sich. Das "zivilisierte" Menschen freiwillig an emotional-mentaler Verstopfung leiden, liegt mitunter an den irrsinnigen Glaubenssätzen wie "ich darf nicht wütend werden oder Angst haben". Natürlich dürfen Sie das!

Befreiend wirkt das direkte Erleben von Emotionen
! Hierbei geht es nicht darum, dem Kollegen nach einer provokativen E-Mail eine rein zu hauen, sondern beim Auftauchen der Emotion Wut innezuhalten - neugierig in den Körper rein spüren, wo man was bemerkt und wie es sich anfühlt. Dabei bitte nichts gedanklich benennen, nur fühlen. Was dann passiert, ist verblüffend: Vergleichbar mit einem Gewitter, das sich abregnet und Sonnenschein hinterlässt ...


© Text von Gluexkeks. Bilder "Meinungsverschiedenheit" und "Ayla macht Pause auf dem Heuchelberg" von Bernd Sterzl und "Bin sauer!" von Carola Pohle / pixelio.de.

2 Kommentar(e):

  1. Das ist ein guter Bericht! Ich habe früher immer meine Wut, besonders gegenüber meinen Partner, versteckt und habe tagelang geschmollt. Der Arme wußte nie, was los war. Jetzt mache ich es anders, sage direkt, was mir nicht passt. Vorher denke ich aber nochmal darüber nach, ob meine Wut überhaupt begründet ist und ob es nicht vielleicht das Recht des andereren ist so etwas zu sagen oder zu tun. Denn manchmal reagiere ich etwas zu vorschnell und inpulsiv.

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  2. Hallo Gluexkeks,

    leider habe ich keine andere Möglichkeit als diesen Kommentar gefunden, um Ihnen zu schreiben.

    Ich würde Sie gerne auf unsere Homepage Paperblog (http://de.paperblog.com) aufmerksam machen. Wir möchten mit unserem Projekt ein alternatives Online-Medium aufbauen, indem wir die besten Artikel von Blogs zusammenstellen und veröffentlichen.
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    Herzliche Grüße,

    Johanna

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