Sonntag, 20. März 2011

Automatische Gedanken unter die Lupe nehmen

Von morgens bis abends tauchen Gedanken auf - ein Leben lang, selbst nachts beim Schlafen (mit AusnahmeGedankenschleifen - sich immer wiederholende Gedanken der traumlosen Tiefschlafphasen). Der Verstand liebt es zu assoziieren, in den hintersten Hirnwindungen zu wühlen, von Thema zu Thema zu springen und vergangene und zukünftige Ereignisse wieder und wieder durchzukauen. Unser entwicklungsgeschichtlich "katastrophierendes" Denken (stets auf der Hut vor Feinden) begünstigt dabei endlose "warum"-und-"worst case"-Gedankenschleifen.

Die wohl unbewusstesten und schädlichsten Denkaspekte:
überzogene Selbst-Kritik, Selbst-Able
hnung und Selbst-Mitleid.
z.B.
"Das hätte Dir noch besser gelingen können"
"Du Versager, nichts, aber auch nichts kriegst Du gebacken"
"Du Tollpatsch! Immer lässt Du alles fallen"
"Schau Dich an: Du bist dick und hässlich"

Jeder hat da seine eigene Tonspur an Glaubenssätzen, die besonders die frühen Erfahrungen des Lebens bei uns hinterlassen haben. Das Perfide daran: Wir halten vieles, was an Gedanken auftaucht, ungeprüft für wahr. Das kann bei negativen Gedanken leicht in einen Kreislauf aus düsteren Gedanken und Stimmung führen. Im Artikel: ABC der Gedanken und Gefühle konnten Sie erfahren, dass die Umstände (A) sind wie sie sind und erst die negativen Gedanken (B) über die Umstände zu negativen Gefühlen (C) führen.

Der Knackpunkt liegt im Erkennen schädlicher Gedanken. Eine lehrreiche Metapher kann folgende Detektivgeschichte sein: Zwei Detektive auf der Suche nach dem Wahrheitsgehalt von Gedanken. Während Saboteur Hemlock Jones den erst Besten für wahr hält, prüft Sherlock Holmes in echter Detektivmanier, sucht nach gedanklichen Alternativen und entscheidet sich für die Fakten. Mehr dazu im Artikel: Sherlock Holmes und Hemlock Jones.

Noch konkreter ist das Selbsterkenntnis-System "The Work" - vier einfache und wirkungsvollen Fragen, die negative Glaubenssätze entkräften und umkehren können. "The Work" wurde von Byron Katie entwickelt, einer Frau, die unter Depressionen, Wutausbrüchen und Essstörungen litt, zudem Alkoholikerin war, bis sie schlagartig die Zusammenhänge erkannte. Mehr dazu im Buch: Lieben was ist. Wie vier Fragen Ihr Leben verändern könnenLieben was ist – wie vier Fragen Ihr Leben verändern können

Um nicht den Eindruck zu hinterlassen, ich würde den Verstand rigoros ablehnen, möchte ich diesen Artikel mit ein paar lobenden Worten abschließen:
"Lieber Verstand! Ich danke Dir für Deine analytischen Fähigkeiten und die Kreativität, die mir Artikel wie diesen hier erst ermöglichen. Auch danke ich Dir für die farbenfrohe Abbildung der Welt. Aber am allerdankbarsten bin ich Dir für die Momente der Stille, wenn Deine Achtsamkeit auf die Gegenwart gerichtet ist. Ja, ich weiß, das magst Du nicht, doch die Liebe, der innere Friede und die Glückseligkeit– das belohnt uns beide... "


© Text: Gluexkeks - Bild "unendlich" von tt / pixelio.

2 Kommentar(e):

  1. Der Artikel hat mir gefallen zu lesen, auch wenn man von einem zum anderen Artikel verweist wird.

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  2. Guter Artikel. Ich kenne das aus eigenen Erfahrungen nur zu gut. Aus heiterem Himmel kommt ein negativer Gedanke, der einen runterziehen kann. Ich versuche bei so einem Fall gleich an etwas positives zu denken, was den negativen Gedanken überdeckt.

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