Sonntag, 10. Oktober 2010

Müll trennen im Kopf

Von Hirschausen brachte es in einer Stern-Kolumne (Gesund Leben, 6/09) gewohnt ironisch auf den Punkt:

"Wir neigen dazu, uns Dinge von innen an den Kopf zu werfen,
die wir niemandem von außen durchgehen lassen würden
."

Ich hielt inne: Ein Gedankenprotokoll - das wärs! Man würde wohl bereits auf der ersten DIN-A4-Seite (von 5.712) erstaunt feststellen: "Wieviele reden denn da? Voll chaotisch und in welchem Ton..." Auf Seite zwei oder drei ein paar weitere Erkenntnisse: "Irgendwie widerspricht sich das. Hatten wir das nicht schon ein paar Mal? Seltsam, kann ich mich gar nicht erinnern …".

Ungünstig ist bloß, dass Gedanken unsere Stimmungen beeinflussen.
Je mehr negative Gedanken, umso schlechter fühlen wir uns
– je besser wir (über uns) denken, umso besser geht es uns. Kleiner Exkurs: Nach der sog. "Broaden and Built"-Theorie der Glücksforscherin Barbara Fredrickson gilt als glücklich, wessen Verhältnis von guten zu schlechten Gefühlen im Tagesmittel bei 3:1 liegt.

Der Comedy-Arzt weiter: "Wir können den Gedankenstrom im Kopf schwer ausschalten. Dafür braucht es Hilfsmittel wie Meditation oder Alkohol. Die gesunde Kunst des Glücklichseins besteht darin, was da so im Alltag durch den Kopf quakt, nicht allzu ernst zu nehmen."

Wieder hielt ich inne: Erst schmunzelte ich über den "Alkohol <> Meditation"-Vergleich, der gegensätzlicher nicht sein kann und dann nickte ich zweimal: Ja, Meditation hilft abschalten (Alkohol hingegen überdeckt nur). Und ja, über sich selbst lachen ist ebenfalls eine sehr gute Strategie, die eigenen Unzulänglichkeiten schmunzelnd anzunehmen. Aber ist es nicht auch so, dass wir die Stimmen im Kopf meist gar nicht mehr hören und diese unterbewusst für schlechte Gefühle sorgen? Meditation kann auch dabei helfen, sich des "Gequakes" als Beobachter erstmal bewusst zu werden, denn Einsicht ist der erste Weg zur Besserung ...

Mehr zum Thema im Artikel: Hier und jetzt oder die Kraft der Gegenwart.


© Text: Gluexkeks - Bild "hier hinein" von Paulwip / pixelio.de

1 Kommentar(e):

  1. "Mediation hilft abschalten" - die Vermittlung in Streitigkeiten und Gesprächen hat mir noch nie geholfen abzuschalten! ;)

    Ok. Für MediTation würde ich das unterschreiben!

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