Sonntag, 27. Dezember 2009

Bilanz ziehen - mehr als nur ein Rückblick

Jahresrückblicke im TV, Firmen machen Inventur und ziehen Bilanz. Wie steht es mit Ihnen, ziehen Sie auch Bilanz? Auf das Jahr zurück blicken und wertvolle Erkenntnisse gewinnen – die Zeit zwischen den Jahren ist prädestiniert dafür. Ein ruhiges Plätzchen gesucht und los gehts!

Schritt 1:
Situation vor einem Jahr beschreiben
Umstände, Gefühle, Erwartungen und sonstige Gedanken – alles, was Ihnen einfällt. Ich verwende die Formulierung Bilanz ziehen - mehr als nur ein Rückblick"beschreiben", denn am wirkungsvollsten ist das Aufschreiben – etwas "schwarz auf weiß" haben dokumentiert alle Aspekte und ermöglicht später noch Ergänzungen. Mit dem ersten Schritt eichen Sie sich für den zweiten Schritt, der Erfassung Ihrer Entwicklung im Vergleich zu damals.

Schritt 2:
Positiv-Negativ-Liste
Teilen Sie nun Ihr Blatt in der Mitte (Strich, Knicken) und schreiben Sie über die linke Spalte "Positives 2009" und über die rechte "Negatives 2009". Den meisten fallen bereits beim Tabelle beschriften die ersten Dinge ein. Alternativ schließen Sie Ihre Augen und lassen den "Film 2009" erneut ablaufen. Schreiben Sie alles, was Ihnen gut gelungen ist, wo Sie glücklich, stolz auf sich, verliebt, begeistert waren, was Sie alles Neues ausprobiert haben, Erkenntnisse, Begegnungen mit interessanten Menschen und und und. Bitte seien Sie im wahrsten Sinne des Wortes kleinlich und dokumentieren auch die "kleinen Dinge", denn die sind oftmals die Größten. Für "Negatives 2009" brauche ich Ihnen keine Anregungen zu geben, denn in der Natur des Menschen liegt es, Negatives viel deutlicher wahrzunehmen.

Schritt 3:
Bilanz ziehen
Kann es sein, dass Ihnen besonders in der linken Spalte viele Dinge eingefallen sind, an die Sie noch vor einer halben Stunde gar nicht dachten? Verweilen Sie ruhig auf der positiven Seite, loben Sie sich und werden Sie sich Ihrer Stärken bewusst. Bei der negativen Spalte fragen Sie sich: Was war mein Anteil daran? Was kann ich tun, um Erlebnisse dieser Art vorzubeugen? Versuchen Sie nun einen treffenden Satz für Ihre Liste zu finden, der alles beschreibt, z.B. "Eine Reise ins Ich", wenn Sie viel gereist sind und sich zudem mit Ihrem Innenleben beschäftigt haben. Der Satz kann natürlich auch länger sein, er sollte nur für Sie passen.

Schritt 4:
Neuen Kurs vorgeben
Wer kein Ziel hat, kann nicht ankommen! Ein Spruch, der es in sich hat. Nutzen Sie die Auf Kurs setzen - wo soll es hingehen?Erkenntnisse aus Schritt 1 bis 3, um einen "Forecast" (wie es im Business-neudeutsch so schön heißt) für das nächste Jahr zu erstellen: Was wollen Sie erreichen? Wo soll die Reise in Job und Privatleben hin gehen? Vielleicht ist Ihnen auch schon ein zusammenfassender Satz für das neue Jahr eingefallen? Dokumentieren!

Bilanz ziehen und den neuen Kurs vorgeben. Nehmen Sie sich die Zeit und verzichten Sie lieber auf Neujahrsvorsätze, denn mit planlosen und ruckartigen Kursänderungen kann man ziemlich schnell baden gehen ...


© Text: Gluexkeks - Bilder "notizen II" von by-sassi und "Kompass" von staumichel / pixelio.de

Freitag, 18. Dezember 2009

Alle Jahre wieder ...

… machen wir uns Gedanken zu Weihnachtsgeschenken. Und das ganz schön Alle Jahre wieder machen wir uns Gedanken zu Weihnachtsgeschenkengründlich. Laut einer Erhebung von Marketagent überlegen Frauen 8 Stunden, Männer 6 Stunden. Das Kaufen dauert bei beiden Geschlechtern noch mal 6 Stunden - einpacken nicht mitgerechnet. Alles in allem ein ganzer Tag (nur die Wachzeit gerechnet). Das Schöne an der "Prozedur": Wir "opfern" die Zeit für Menschen, die wir gerne haben.

… geben wir so einiges aus. 2009 sollen es laut Unternehmensberatung Ernst & Young 226 Euro pro Kopf sein. Mit 57% sind Bücher, Geld und Gutscheine die beliebtesten Geschenke, gefolgt von Kleidung (49%), DVDs und CDs (45%) sowie Unterhaltungselektronik (27%). Die Kunst ist, ein "angemessenes" Geschenk zu finden. Ist es zu wenig, gilt der Schenker leicht als geizig und kann beim Beschenkten zudem ein Gefühl der Geringschätzung hervorrufen (mehr im Artikel "Schenken macht Freude").

… tauschen wir mehr als zu schenken, denn laut Wiktionary ist ein Geschenk die "Übertragung von (verpacktem) Eigentum ohne Erwartung einer Gegenleistung". Stellen Sie sich mal vor, Sie packen am Heilig Abend Geschenke aus und schenken aber nichts zurück. Das könnte die Stimmung durchaus trüben. Klarere Regeln gibt es beim "Wichteln", ein Vorweihnachtsbrauch in Firmen, Vereinen, Schulen. Jeder Teilnehmer muss im Rahmen ein "Geschenk" kaufen, das dann untereinander verlost wird.

… wären weniger hohe Erwartungen mehr. Wochenlang wird auf das Fest der Feste hingefiebert und dann ist es plötzlich da. Man sitzt in einem Meer aus Geschenkpapier, hangelt sich von einer kulinarischen Leckerei zur nächsten und was eigentlich nicht zum Fest der Liebe passt: Es fliegen schon mal die Fetzen! Einer Emnid-Umfrage zufolge sehen 35% der Befragten "zu hohe Erwartungen an die Harmonie" als Hauptursache für Streitereien, 21% "können es sich nicht erklären", für 18% sind es die "Besuchsverpflichtungen", 9% geben dem Alkohol die Schuld und 5% seien so von ihrem Geschenk enttäuscht, das es zum Streit kommt. Leidtragende sind oftmals die Kinder.

Eine "schöne Bescherung"!

Und eine "stille Nacht" - genau das wünsche ich Ihnen :-)


© Text: Gluexkeks - Bilder "Kaufrausch?" und "Oh no!!!" beide von hofschlaeger/ pixelio.de

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Vietnam, Land des Lächelns

So hiess der Diavortrag, mit dem ich mich auf meine Reise einstimmte. Wie das mit dem Lächeln so ist, war mir in Vietnam anfangs allerdings nicht so klar. Mir fiel ein ganz spezielles Lächeln auf, das ich bis zu 500 mal am Tag zu sehen bekam, gefolgt von einem "you want to buy something?". Volumen von Magen, Rucksack und Geldbörse erforderten 490 mal ein "no, thank you" als Antwort, worauf das genannte Lächeln gleich wieder erlosch.

Andererseits erinnere ich mich auch an einen älteren taubstummen Wirt eines winzigkleinen einfachen Restaurants in der Kaiserstadt Hue. Wenn man ihm in die Augen sah, sprang so ein herzlicher Funke über. Auch im Umgang mit seiner Familie, die alle in der winzigen Stube präsent waren, zeigte er sein strahlendes Lächeln. Ähnlich herzlich wurden wir von unserer Pensionswirtin aufgenommen. Interessanterweise war Hue der Ort, mit dem günstigsten Preisniveau.

Je mehr ich über das Land und seine Geschichte lernte, umso größer wurde mein Respekt. Erst die Besetzung und Unterdrückung durch die Franzosen und dann der grausame Krieg mit Amerika, in dem viele Vietnamesen ihr Leben ließen. Optimismus und vorwärts schauen statt Selbstmitleid, das ist in diesem Land deutlich spürbar. Das lässt einen dann doch nachsehen, wenn "fliegende Händler" ein wirtschaftlich interessiertes Lächeln zeigen.

Junge Mädels verstecken oftmals ihr lächeln hinter einem Mundschutz . Warum? Um sich vor dem Sonneneinfluss zu schützen, denn das Schönheitsideal ist eine weiße und blasse Haut. Als ich davon erfuhr, konnte ich nicht anders, als mein schmunzel-lächeln aufzusetzen ;-)


© Text: Gluexkeks - Bild "Gesichter Vietnams 10" von Kunstzirkus/ pixelio.de